Intelligent, Energiegeladen, Loyal, Arbeitsfreudig, Wachsam
Aussie, Australischer Schäferhund
Der Australian Shepherd ist ein hochintelligenter und arbeitswilliger Hund, der mit seiner Familie eine außergewöhnlich enge Bindung eingeht und seinen Menschen am liebsten nicht von der Seite weicht. Mit seiner hohen Lernfähigkeit und dem Wunsch zu gefallen eignet er sich hervorragend für Hundesport und anspruchsvolle Aufgaben. Allerdings wird der „Aussie" manchmal als unkomplizierter Anfängerhund vermarktet, was er nicht ist. Er braucht sinnvolle geistige Beschäftigung, konsequente Erziehung und einen Halter, der Zeit und Engagement mitbringt.
Der Australian Shepherd stammt trotz seines Namens nicht aus Australien, sondern aus den USA. Seine Vorfahren kamen im 19. Jahrhundert mit baskischen Schäfern nach Kalifornien, die auf der Suche nach Weideland für ihre Schafe waren. Diese Hunde wurden mit einheimischen Collies und anderen Hütehunden gekreuzt, um einen intelligenten und ausdauernden Arbeitshund zu schaffen.
Die Rasse wurde speziell für das Hüten von Schafen und Rindern in den rauen Bedingungen des amerikanischen Westens gezüchtet. Ihre Intelligenz, Wendigkeit und ihr starker Arbeitswille machten sie zu idealen Partnern für Rancher und Farmer.
In den 1950er Jahren gewann der Australian Shepherd an Popularität, besonders in der Rodeo-Szene. Die American Stock Dog Registry begann 1956 mit der Registrierung der Rasse. 1993 wurde der Australian Shepherd offiziell vom American Kennel Club anerkannt. Seitdem hat sich die Rasse weltweit als beliebter Familien- und Arbeitshund etabliert, ohne dabei ihre ursprünglichen Hüteinstinkte zu verlieren.
Der Australian Shepherd ist ein intelligenter, lebhafter und äußerst loyaler Hund. Wenn er einmal sein Herz an eine Familie verschenkt hat, ist diese Bindung fürs Leben. Er liebt es, bei seinen Menschen zu sein, an allen Aktivitäten teilzunehmen und zeigt eine bemerkenswerte Zuneigung zu seiner Familie. Seine Anhänglichkeit macht ihn zu einem treuen Begleiter, der am liebsten immer dabei ist.
Als ursprünglicher Arbeitshund ist der Aussie wachsam und aufmerksam. Er beobachtet seine Umgebung genau und kann gegenüber Fremden zunächst reserviert sein – mit guter Sozialisierung von Welpenalter an wird er aber zu einem freundlichen, gut angepassten Hund. Sein Schutzinstinkt macht ihn zu einem aufmerksamen Wachhund, ohne dabei übertrieben zu reagieren.
Seine hohe Intelligenz macht ihn zu einem der am leichtesten trainierbaren Hunde überhaupt. Er lernt schnell und will gefallen – allerdings bedeutet das auch, dass er ohne ausreichende Beschäftigung eigene „Aufgaben" findet. Sein Hütetrieb kann sich zeigen, wenn er versucht, bewegte Objekte, Kinder oder andere Tiere durch Anstupsen zu lenken.
Was den Aussie einzigartig macht, ist seine Kombination aus Arbeitseifer, Intelligenz und Sensibilität. Er glänzt in Hundesportarten wie Agility oder Obedience – braucht aber genauso Ruhephasen und Entspannungstraining, um ausgeglichen zu bleiben.
Als Rentner Der Australian Shepherd gehört dank seiner Intelligenz und seines Willens zu gefallen zu den am leichtesten trainierbaren Hunderassen überhaupt. Er lernt schnell, arbeitet gerne mit und liebt es, neue Aufgaben zu meistern. Das Training macht mit einem Aussie richtig Spaß – vorausgesetzt, du weißt, worauf es ankommt.
Wichtig ist eine frühe und breite Sozialisierung. Der Welpe sollte von klein auf viele Menschen, Umgebungen und Situationen positiv kennenlernen. Positive Verstärkung funktioniert bei dieser sensiblen Rasse am besten. Achte auf Impulskontrolle und einen zuverlässigen Rückruf. Sein Hütetrieb sollte in sinnvolle Bahnen gelenkt werden – zum Beispiel durch Hundesport.
Genauso wichtig wie Aktivität ist Entspannungstraining: Der Aussie muss lernen, auch mal zur Ruhe zu kommen. Beachte seine Sensibilität – mit Härte erreichst du bei ihm nichts, mit klarer, liebevoller Führung dagegen alles. Für hundeerfahrene Halter ist der Aussie ein Traum; für absolute Anfänger kann er eine Herausforderung sein.
Als Australian Shepherd-Besitzer solltest du auf einige rassetypische Gesundheitsprobleme achten. Zu den häufigsten gehören Hüftdysplasie, Augenerkrankungen wie Katarakte oder progressive Retinaatrophie, sowie die MDR1-Genmutation, die zu Medikamentenunverträglichkeiten führen kann. Auch Epilepsie und Autoimmunerkrankungen können auftreten.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt sind essenziell. Besonders wichtig sind Augenuntersuchungen, Hüft- und Ellbogenröntgen sowie genetische Tests auf MDR1-Mutation. Diese sollten bereits vor dem Kauf eines Welpen bei den Elterntieren durchgeführt worden sein.
Besondere Vorsicht ist bei der Merle-Färbung geboten: Werden zwei Merle-Hunde miteinander verpaart, können sogenannte Double-Merle-Welpen entstehen. Diese leiden häufig unter schweren Gesundheitsproblemen wie Blindheit, Taubheit oder Augendeformationen. Kaufe niemals einen Welpen aus einer Merle x Merle Verpaarung und informiere dich genau über die Genetik der Elterntiere.
Achte auf Verhaltensänderungen deines Aussies, die auf Krankheit oder Schmerzen hindeuten können: Appetitlosigkeit, Lethargie, vermehrtes Hecheln, ungewöhnliches Hinken oder Schmerzlaute beim Bewegen. Auch häufiges Kratzen, Kopfschütteln oder Reiben der Augen können Warnsignale sein. Bei Auffälligkeiten solltest du umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung kann oft schwerwiegende Folgen verhindern und die Lebensqualität deines Australian Shepherds deutlich verbessern.
Als aktiver und energiegeladener Hund benötigt der Australian Shepherd eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung, die seinen hohen Energiebedarf deckt. Ein hochwertiges Trockenfutter für mittelgroße, aktive Hunde bildet eine gute Basis. Achte auf einen hohen Proteingehalt (mindestens 25%) aus hochwertigen Quellen wie Huhn, Lamm oder Fisch, um die Muskeln zu unterstützen.
Ergänze die Mahlzeiten gelegentlich mit frischem Obst und Gemüse wie Äpfeln, Karotten oder Kürbis für zusätzliche Vitamine und Ballaststoffe. Omega-3-Fettsäuren, z.B. aus Fischöl, fördern ein gesundes Fell und die Gelenkgesundheit. Achte auf eine angemessene Kalziumzufuhr für starke Knochen.
Teile die Tagesration auf zwei bis drei Mahlzeiten auf, um Magendrehungen vorzubeugen. Passe die Futtermenge an Alter, Gewicht und Aktivitätslevel an. Übergewicht kann Gelenkprobleme begünstigen, daher ist eine kontrollierte Fütterung wichtig. Biete stets frisches Wasser an, besonders nach körperlicher Aktivität. Bei Unsicherheiten konsultiere einen Tierarzt für individuelle Ernährungsempfehlungen.
Als Australian Shepherd-Besitzer solltest du dich auf einen moderaten bis hohen Pflegeaufwand einstellen. Das dichte, doppellagige Fell dieser aktiven Hunde erfordert regelmäßige Aufmerksamkeit. Bürste deinen Aussie idealerweise 2-3 Mal pro Woche gründlich, um Verfilzungen vorzubeugen und lose Haare zu entfernen. In der Fellwechselzeit im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten empfehlenswert, da sie dann besonders stark haaren.
Ein professionelles Trimmen ist in der Regel nicht nötig, aber eine gelegentliche Kürzung der Haare zwischen den Pfoten kann hilfreich sein. Bade deinen Australian Shepherd nur bei Bedarf, um die natürlichen Öle im Fell zu erhalten. Achte besonders auf die Ohren und reinige sie regelmäßig, um Infektionen zu vermeiden. Kontrolliere und putze die Zähne deines Hundes mehrmals pro Woche und kürze die Krallen bei Bedarf.
Neben der Fellpflege ist regelmäßige körperliche und geistige Auslastung für diese intelligente und energiegeladene Rasse unerlässlich. Ein gut gepflegter und ausgelasteter Australian Shepherd ist ein glücklicher und gesunder Begleiter.
Der Australian Shepherd braucht sowohl körperliche als auch geistige Auslastung – aber genauso wichtig sind Ruhephasen. Ein häufiger Fehler ist, den Aussie nur körperlich auszupowern: Wer denkt, zwei Stunden Joggen reichen, trainiert sich einen Ausdauersportler an, der immer mehr braucht. Stattdessen solltest du auf Qualität setzen: Kurze, intensive Kopfarbeits-Einheiten, Nasenarbeit, Tricks oder kontrollierte Hüteübungen fordern ihn nachhaltig.
Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Mantrailing sind ideal – aber immer im Wechsel mit Entspannungsphasen. Ein Aussie, der nie gelernt hat, zur Ruhe zu kommen, wird chronisch gestresst und entwickelt Verhaltensauffälligkeiten wie zwanghaftes Verhalten, übermäßiges Bellen oder verstärkte Reaktivität.
Wichtig: Langeweile ist ein ernstzunehmender Stressor für diese Rasse. Ohne sinnvolle Beschäftigung sucht sich der Aussie eigene Aufgaben – und die gefallen dir vermutlich nicht. Mit der richtigen Balance aus Aktivität, Kopfarbeit und Ruhe wird dein Australian Shepherd ausgeglichen sein.
Der Australian Shepherd kann ein hervorragender Familienhund sein – für die richtige Familie. Er ist liebevoll, verspielt und baut eine tiefe Bindung zu allen Familienmitgliedern auf. Mit Kindern, die respektvoll mit ihm umgehen, zeigt er sich geduldig und wird zu ihrem treuesten Spielkameraden. Viele Aussies lieben es, mit Kindern im Garten zu toben und sie auf Abenteuern zu begleiten.
Wichtig zu beachten: Sein Hütetrieb kann dazu führen, dass er rennende Kinder durch Anstupsen oder leichtes Zwicken „hüten" will. Bei sehr kleinen Kindern sollten Interaktionen daher beaufsichtigt werden. Auch gegenüber Fremden zeigt er sich oft zunächst reserviert – mit guter Sozialisierung ist das aber gut handhabbar.
Der ideale Aussie-Haushalt: Eine aktive Familie, die Zeit für gemeinsame Unternehmungen hat, idealerweise mit älteren oder hundeerfahrenen Kindern. Für absolute Ersthundebesitzer oder Familien mit sehr wenig Zeit ist diese anspruchsvolle, aber lohnende Rasse weniger geeignet.
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Der Preis für einen Australian Shepherd Welpen kann je nach Züchter, Abstammung und Region stark variieren. In Deutschland musst du für einen Welpen aus seriöser Zucht mit Papieren zwischen 1.200 und 2.500 Euro rechnen. Besonders seltene Farbvarianten oder Welpen mit herausragender Abstammung können sogar noch teurer sein. Bedenke jedoch, dass der Kaufpreis nur ein Teil der Gesamtkosten ist. Laufende Ausgaben für Futter, Tierarztbesuche, Ausrüstung und eventuell Hundetraining kommen hinzu. Sei vorsichtig bei verdächtig günstigen Angeboten, da diese oft auf unseriöse Züchter oder Welpenhändler hindeuten. Investiere lieber in einen gesunden Welpen von einem verantwortungsvollen Züchter, um langfristig Freude an deinem vierbeinigen Freund zu haben.
Für absolute Hundeanfänger ist der Australian Shepherd eher nicht die ideale Wahl. Diese intelligente Rasse braucht nicht nur körperliche Auslastung, sondern vor allem geistige Beschäftigung, konsequente Führung und eine gute Sozialisierung. Wer bereit ist, sich intensiv mit seinem Hund zu beschäftigen und idealerweise eine Hundeschule besucht, kann aber auch als engagierter Erstbesitzer mit einem Aussie glücklich werden. Wichtig ist, dass du dir über den Zeitaufwand im Klaren bist und Freude an einem aktiven, lernfreudigen Begleiter hast.
Bei guter Sozialisierung und ausreichender Beschäftigung ist der Australian Shepherd ein ausgeglichener, freundlicher Hund. Probleme können entstehen, wenn er unterfordert ist oder wichtige Lernphasen verpasst wurden. Dann zeigen manche Aussies übermäßiges Bellen, unerwünschtes Hüteverhalten (Zwicken, Menschen treiben) oder Unsicherheit gegenüber Fremden. Mit frühzeitiger Sozialisierung, konsequenter Erziehung und angemessener Beschäftigung lassen sich solche Probleme gut vermeiden. Sollten dennoch Schwierigkeiten auftreten, hilft ein erfahrener Hundetrainer.
Als aktive und intelligente Hunderasse benötigt der Australian Shepherd regelmäßige Pflege, um gesund und glücklich zu bleiben. Sein mittellanges, dichtes Fell solltest du mindestens zweimal pro Woche gründlich bürsten, um Verfilzungen vorzubeugen und lose Haare zu entfernen. In der Fellwechselzeit ist tägliches Bürsten empfehlenswert. Bade deinen Aussie nur bei Bedarf, um die natürlichen Öle des Fells zu erhalten. Achte besonders auf die Ohren und reinige sie regelmäßig, um Infektionen zu vermeiden. Trimme die Krallen alle 4-6 Wochen und putze die Zähne deines Hundes regelmäßig. Neben der körperlichen Pflege ist auch die geistige Stimulation durch Trainingseinheiten und Beschäftigung wichtig, um den Australian Shepherd ausgelastet und zufrieden zu halten.